The case of Deliveroo: How the failure of a delivery service could lead to the founding of a new platform cooperative

Picture: Deliveroo_(25739651164) Môsieur J. [version 9.1] from Rouen, FRANCE

Two weeks ago, when the British delivery service Deliveroo announced its retreat from the German market, around 1000 former Deliveroo riders lost their jobs within less than one week. However, there are first attempts to found a platform cooperative so that riders can launch their own delivery service democratically and self-organized.

On August 18th, around 30 former riders met in Berlin to discuss how they could build an alternative for the delivery service platform Deliveroo and debated how they could make a virtue out of necessity. An engaged group of riders is currently planning to found a cooperative. Apart from social aspects such as democratic co- and self-determination, they discussed ecological aspects of a platform cooperative for food deliveries.

Among the delivery services active in Germany, Deliveroo is known for only hiring freelancers who are then working at their own risk and without social security. Unions, such as Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), have been criticizing this for longer and emphasize the dangers accompanied by business models prevailing in the Gig Economy.  In a press release from the day deliveroo announced its exit from the German market, NGG thus accuses Deliveroo of neglecting its social responsibility, urging policy makers to finally take action. As netzpolitik.org reported on August 28th, unions also prepare for a case together with former Deliveroo riders aiming to obtain recognition of ostensible self-employment, so that riders are socially secured retrospectively. Food delivery is only one of the fields where unions are engaging actively in concerns of digital work: for example, in their campaign FairTube, the YouTubers Union and IG Metall call for more transparency about the workings of the platform YouTube as well as employee participation.

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Der Fall Deliveroo: Wie das Scheitern eines Lieferdienstes zur Gründung einer neuen Plattform-Kooperative führen könnte.

Als vor rund zwei Wochen der britische Lieferdienst Deliveroo bekannt gab, sich mit seinen Geschäften aus Deutschland zurückzuziehen, hinterließ er rund 1000 FahrerInnen ohne Beschäftigung. Doch es gibt erste Bemühungen eine Plattform-Kooperative zu gründen, über die sich die FahrerInnen demokratisch und selbstorganisiert ihren eigenen Lieferdienst aufbauen wollen.

Bereits am 18. August trafen sich rund 30 ehemalige FahrerInnen aus Berlin zum Austausch über mögliche Alternativen zum Lieferdienst Deliveroo und berieten sich, wie sie aus ihrer Not nun eine Tugend machen könnten. Eine engagierte Gruppe ist nun dabei ein Genossenschaft zu gründen. In der Diskussion spielten neben den sozialen Aspekten wie demokratische Mitbestimmung und Selbstbestimmung in der Arbeitsgestaltung auch ökologische Aspekte eine Rolle.

Unter den in Deutschland aktiven Lieferdiensten war Deliveroo vor allem dafür bekannt, keine festen Arbeitsverträge zu vergeben und setzte in seinem Geschäftsmodell auf FreelancerInnen, die ohne soziale Absicherung für den Lieferdienst Essen ausfuhren. Gewerkschaften, wie die Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), kritisieren dies schon länger und betonen die Gefahren der Scheinselbstständigkeit, die sich durch solche Geschäftsmodelle der Gig Economy verbreiten. In Ihrer Pressemitteilung vom Tag der Bekanntgabe von Deliveroos Plänen wirft die NGG deshalb Deliveroo „fehlende soziale Verantwortung“ vor und fordert von der Politik endlich tätig zu werden. Wie netzpolitik.org am 28.08.2019 berichtet, bereitet die Gewerkschaft nun zusammen mit ehemaligen FahrerInnen eine Klage vor, um zu erwirken, dass die Scheinselbstständigkeit anerkannt und die FahrerInnen rückwirkend ihre Sozialversicherungsbeiträge gezahlt bekommen. Auch an andere Stelle werden Gewerkschaften im Bereich der digitalen Arbeit aktiv: So fordern beispielsweise die YouTubers Union und IG Metall in der Kampagne FairTube mehr Transparenz über die Funktionsweise der Videoplattform YouTube und ein Recht auf Mitsprache.

 

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02/09/2019